Die Standardfarben

Um das Tricolor beim Corgi (besonders beim Pembroke) wirklich korrekt zu verstehen, müssen wir das veraltete Wissen beiseitelegen. Die moderne Genetik nutzt zwei entscheidende Marker am A-Lokus (Agouti) und ein spezielles Gen für die Verteilung. Früher war alles AT aber heute haben wir 2 Gene.
Hier ist die präzise Aufschlüsselung der „neuen“ Genetik:
1. Die Basis-Buchstaben (ASIP / A-Lokus)
Entgegen der alten Annahme, dass alles nur AT ist, unterscheidet man heute bei Corgis primär zwischen diesen Varianten:
- DY – Dominant Yellow): Das Gen für Rot/Sable.
- (BS) (Black-Saddle): Das Gen, das den „Sattel“ ermöglicht.
- (BB) (Black-and-Tan): Das Gen für die klassische Tricolor-Zeichnung (Tan-Points).
2. Der entscheidende Unterschied: RHT vs. BHT
Red-Headed Tricolor (RHT)
Ein RHT ist genetisch eigentlich ein „Sattelhund“. Er wird fast schwarz-weiß geboren, aber das Schwarz weicht mit der Zeit vom Kopf zurück.
Genetik (BS/BS) Reinerbig Black-Saddle
Das passiert: Die Kombination aus zwei Kopien für den Sattel (BS) und einer sorgt dafür, dass der Kopf fast ganz Rot wird, aber ein schwarzer Sattel auf dem Rücken bleibt.
- Genetik: ( BB/ BS) (Mischerbig: Black-Saddle / Black-and-Tan).
- Das passiert: Die Kombination aus einer Kopie für den Sattel (BS) und einer für Tan-Points (BB) sorgt dafür, dass der Kopf nicht ganz Rot wird, aber ein schwarzer Sattel auf dem Rücken bleibt.
Black-Headed Tricolor (BHT)
Beim BHT bleibt der Kopf lebenslang tiefschwarz.
- Genetik: BB / BB (Reinerbig: Black-and-Tan / Black-and-Tan) aber in Kombination mit dem Irish Pied wird es zu Tri.
- Das passiert: Da das Sattel-Gen (BS) komplett fehlt, hat das Rot keine „Erlaubnis“, das Schwarz am Kopf zu verdrängen. Der Hund bleibt „obenrum“ schwarz.
Auch wenn es beim Corgi nicht vorkommt haben wir noch das a Gene welches Eine Farbe Verursacht. Das At dominiert allerdings über das a . Somit würde man ein At/a erstmal nicht bemerken oder moderner bs/a oder bb/a. Da aber das Irish Pied Fixiert ist und diese Zeichnung vor geht . Würde der Hund Einfarbig sein aber das Weiss behalten die Kombination wäre a/a. Aber das Gene ist hier nicht bekannt. Er wäre dann allerdings einfarbig Schwarz mit Weiß. Man Schreibt immer das Dominante Gene nach vorne. Kbr/Ky wäre Brindle . Das Kbr dominiert über das Ky und die Farbe wird gezeigt. Bei Zeichnungen reicht oft ein einziges Gene da es Dominiert. Wie auch bei Merle.
3. Das „Irish Pied“ (Die weißen Abzeichen)
Das Weiß beim Corgi ist ein optisches Markenzeichen, aber genetisch tückisch:
Abgrenzung zu Piebald: Testbar ist nur der S-Lokus (S/sp). Ein Corgi, der \(sp\) (Piebald) trägt, hat ein Risiko für „Whitelies“ (Hunde mit zu viel Weiß).
Nicht testbar: Es gibt keinen kommerziellen Gentest für das „echte“ Irish Pied. Es wird vermutlich über eine Ansammlung von Modifikatoren vererbt.
Beim Corgi (sowohl Pembroke als auch Cardigan) ist die Genetik der Weißscheckung ein interessanter Spezialfall, da sie oft nicht den klassischen Test-Ergebnissen des S-Lokus entspricht.
Hier ist die Situation beim Corgi:
- Echtes Irish Pied (Fixed): Die meisten Corgis tragen das „echte“ Irish-Pied -Gen (s{i}). Dieses Gen ist in der Rasse weitgehend fixiert, weshalb Corgis fast immer die typischen weißen Abzeichen (Halsring, Blesse, Brust, Pfoten) haben. Dieses Gen ist aktuell nicht über kommerzielle S-Lokus-Tests nachweisbar; solche Hunde im test werden oft als S/S (Pied Frei /keine Scheckung), obwohl sie weiß gescheckt sind getestet.
- Mismarks („Whitelies“): Wenn ein Corgi deutlich zu viel Weiß hat (z. B. Weiß über die Schulter oder am Körper), wird dies oft durch das Piebald-Allel am S Lokus verursacht.
- Ein Hund mit einer Kopie (S/s) oder N/S kann bereits mehr Weiß zeigen, als der Rassestandard erlaubt (Pseudo-Irish oder „Flashy bez. Irish spotting“).
- Hunde mit zwei Kopien (s/s) sind meist die sogenannten „Whitelies“, die fast vollständig weiß sein können oder große Platten am Körper haben. Korrekter wäre es einfach als Pied.
- Verpaarung: Wenn du zwei Corgis verpaarst, die phänotypisch korrektes Irish Pied zeigen, aber genetisch einer Träger für Piebald ist (S/s), können Welpen mit „zu viel“ Weiß entstehen . Tragen sogar beide sind es zu 25 Prozent Whitelies oder Schecken (Pied).
Zusammenfassend für den Corgi:
Das typische Aussehen kommt vom (nicht testbaren) Irish Pied . Das, was du man als „Pied Träger (eine Kopie am S-Lokus) beschreibt, ist beim Corgi oft der Grund für Mismarks oder eine Ausweitung des Weißanteils über das gewünschte Maß hinaus. (Mismark)
Besonderheiten einer Maximalen Weißzeichnung :

Laut Fci Standard ist das absolut grün:

In anderen Ländern kann es anders sein aber ohne Auswirkung auf Show und Zucht.
Der S-Lokus und die Entstehung von Weißzeichnung
Der S-Lokus (Scheckungs-Lokus / Mitf-Gen) steuert die Verteilung von weißem Fell, indem er die Ausbreitung von Pigmentzellen (Melanozyten) während der Embryonalentwicklung beeinflusst.
Beim Pembroke Welsh Corgi spielen im Wesentlichen zwei Varianten (Allele) auf diesem Lokus eine Rolle:
- \(S^{i}\) (Irish Spotting / Irish Pied): Führt zu den typischen, gewünschten Corgi-Abzeichen (weiße Halskrause, weiße Blesse, weiße Beine und Brust). Reine Pembroke Corgis sind oft reinerbig für dieses Gen (\(S^{i}/S^{i}\)).
- \(s^{p}\) (Piebald / Scheckung): Führt zu einem deutlich höheren Weißanteil, bei dem große Teile des Körpers weiß gescheckt sein können.
Das Problem der Überzeichnung (Mismark)
Wie du richtig beschreibst, entsteht die extreme Überzeichnung („Mismark“ oder „Whited-out“) meist durch die Kombination dieser Faktoren:
- Trägerschaft (\(S^{i}/s^{p}\)): Kommt ein Hund, der die Veranlagung für Scheckung (\(s^{p}\)) verdeckt trägt, mit einem Partner zusammen, der ebenfalls das Gen weitergibt, verschiebt sich das optische Gleichgewicht.
- Genetische Interaktion: Selbst wenn ein Hund optisch nur „Irish Pied“ zeigt, können Modifikator-Gene oder die Kombination mit einem versteckten Schecken-Gen dazu führen, dass die Pigmentzellen den Rücken und die Flanken nicht mehr vollständig erreichen. Das Ergebnis ist ein Welpe, dessen Weißanteil die vom Standard erlaubten Grenzen (wie im Bild rot markiert) überschreitet.
Warum rein optische Tabellen veraltet sind
- Blinder Fleck für Trägerhunde: Eine gezeichnete Tabelle bewertet ausschließlich das, was man von außen sieht (den Phänotyp). Dass ein perfekt gezeichneter Hund das Pied-Gen (\(s^{p}\)) verdeckt in sich trägt und bei der Paarung für überzeichnete Welpen sorgt, kann eine solche Tabelle weder vorhersagen noch verhindern.
- Ungerechtfertigte Ausschlüsse: In der Vergangenheit wurden durch die rein visuelle Beurteilung oft wertvolle, gesunde Zuchthunde aufgrund einer minimal „zu großen“ Blesse oder einer unregelmäßigen Halskrause rigoros disqualifiziert. Das hat den ohnehin schon kleinen Genpool der Rasse künstlich verkleinert.
- Scheinsicherheit: Züchter dachten früher, wenn sie nur „perfekt gezeichnete“ Elterntiere verpaaren, gäbe es keine Fehlfarben. Das ist ein Trugschluss, da rezessive Gene über Generationen unsichtbar mitlaufen können.
Die moderne Alternative: Wissenschaft statt Schablone
Dank Fortschritten im kynologischen Bereich und Laboruntersuchungen (wie dem S-Lokus-DNA-Test) lässt sich das Risiko für eine Überzeichnung heute zu 100 % mathematisch und genetisch ausschließen.
Anstatt Hunde mit dem Lineal auf Ausstellungen zu vermessen, reicht ein einfacher Abstrich. Man weiß genau, ob ein Hund reinerbig für das gewünschte Irish Spotting (\(S^i/S^i\)) ist oder das Piebald-Gen trägt (\(S^i/s^p\)). Verpaart man einen Träger konsequent nur mit einem reinerbigen Partner, wird kein einziger Welpe im Wurf überzeichnet auf die Welt kommen.
Solche starren Grafiken stammen aus einer Zeit, in der man sich die Vererbung nicht anders erklären konnte – heute sind sie im Grunde nur noch für die historische Nostalgie gut, haben aber in einer verantwortungsvollen, modernen Zuchtlenkung keine Berechtigung mehr.
Fazit für die Zucht
Historische Vereine versuchten, das Problem rein über phänotypische Selektion (Ausschluss zu weißer Hunde von der Zucht) zu lösen. Heute erlaubt der S-Lokus-Genbeprobungstest (z. B. über Labore wie Laboklin oder Feragen) eine risikofreie Verpaarung, da Träger von \(s^{p}\) vorab identifiziert und gezielt mit reinerbigen Partnern verpaart werden können, um fehlerhafte Überzeichnungen komplett zu verhindern.
Land Verband/Typ Bewertung der weißen Zeichnung deines Pembroke Welsh Corgi Würde er wegen Überzeichnung durchfallen? Mögliche Auswirkungen Deutschland FCI / VDH akzeptabel Nein eventuell kleine Showabzüge bei strengen Richtern England UK Kennel Club akzeptabel Nein strengere Bewertung möglich Wales UK KC akzeptabel Nein eher konservative Showlinien Schottland UK KC akzeptabel Nein leichte Abwertung möglich Irland IKC / KC akzeptabel Nein meist problemlos Frankreich FCI akzeptabel Nein selten relevant Niederlande FCI akzeptabel Nein moderat streng Belgien FCI akzeptabel Nein meist problemlos Österreich FCI akzeptabel Nein kleinere Showabzüge möglich Schweiz FCI akzeptabel Nein eher streng im Ring Polen FCI akzeptabel Nein normalerweise akzeptiert Tschechien FCI akzeptabel Nein keine große Problematik Slowakei FCI akzeptabel Nein meist problemlos Ungarn FCI akzeptabel Nein akzeptiert Italien FCI akzeptabel Nein standardgerecht Spanien FCI akzeptabel Nein problemlos Portugal FCI akzeptabel Nein problemlos Schweden FCI akzeptabel Nein Richter oft genauer bei Weiß Norwegen FCI akzeptabel Nein eher streng Finnland FCI akzeptabel Nein leichte Showabwertung möglich Dänemark FCI akzeptabel Nein akzeptiert Island FCI akzeptabel Nein akzeptiert Estland FCI akzeptabel Nein akzeptiert Lettland FCI akzeptabel Nein akzeptiert Litauen FCI akzeptabel Nein akzeptiert Kroatien FCI akzeptabel Nein problemlos Slowenien FCI akzeptabel Nein akzeptiert Rumänien FCI akzeptabel Nein akzeptiert Bulgarien FCI akzeptabel Nein akzeptiert Griechenland FCI akzeptabel Nein akzeptiert Serbien FCI akzeptabel Nein akzeptiert Ukraine FCI akzeptabel Nein akzeptiert Russland FCI-artig akzeptabel Nein meist problemlos USA AKC akzeptabel Nein AKC oft etwas toleranter Kanada CKC akzeptabel Nein lockerer als UK Mexiko FCI akzeptabel Nein problemlos Brasilien FCI akzeptabel Nein akzeptiert Argentinien FCI akzeptabel Nein akzeptiert Südafrika KUSA akzeptabel Nein eher FCI-orientiert Australien ANKC akzeptabel Nein moderat streng Neuseeland NZKC akzeptabel Nein akzeptiert Japan JKC akzeptabel Nein sehr strenge Showrichter möglich Südkorea FCI/KC akzeptabel Nein akzeptiert China FCI-orientiert akzeptabel Nein akzeptiert Thailand FCI-orientiert akzeptabel Nein akzeptiert Taiwan FCI-orientiert akzeptabel Nein akzeptiert Gesamtfazit
Dein Hund würde wegen der weißen Zeichnung international sehr wahrscheinlich:
- nicht disqualifiziert
- nicht von der Registrierung ausgeschlossen
- nicht als extrem überzeichnet gelten
Allenfalls könnten sehr strenge Richter sagen:
- „viel Weiß“
- „oberer Grenzbereich“
- „nicht ideal verteilt“
Aber die Zeichnung bleibt insgesamt noch im international akzeptierten Standardbereich.
Zucht im Wandel: Zwischen sturen Traditionen und moderner DNA-Aufklärung
Die Hundezucht steht heute an einem faszinierenden, aber auch konfliktreichen Wendepunkt. Auf der einen Seite stehen jahrhundertealte Traditionen, starre Rassestandards und historische Paarungstabellen. Auf der anderen Seite steht die moderne Genetik. Sie gibt uns Werkzeuge an die Hand, um das Erbgut unserer Hunde bis ins kleinste Detail zu verstehen.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Früher dachte man anders. Man definierte Rassen über strikte, klare Farben, um sie optisch rigoros voneinander abzugrenzen. Doch dieser Fokus auf den reinen Phänotyp (das äußere Erscheinungsbild) hat Spuren hinterlassen, die viele Liebhaber und Züchter heute schmerzlich vermissen.
Der Verlust der Vielfalt: Das Beispiel „Brindle“
Es ist ein herber Verlust für die genetische Vielfalt, dass Farben wie Brindle (Stromung) beim Shiba Inu und beim Pembroke Welsh Corgi über die Jahrzehnte hinweg sprichwörtlich „wegselektiert“ wurden. Das verantwortliche K-Lokal (\(K^{br}\)) wurde schlicht aus den Standards verbannt, weil es nicht in das gewünschte, „makellose“ Rassebild passte. Durch den bewussten Ausschluss gestromter Hunde schrumpfte nicht nur die optische Vielfalt, sondern auch der wertvolle Genpool dieser Rassen.
Die unsichtbare Verbindung: Warum \(K^{br}\) für die Farbe Rot so wichtig war
In der Genetik existiert kaum ein Baustein isoliert – alles steht in einem hochkomplexen Netzwerk miteinander in Verbindung. Das wird besonders deutlich, wenn man versteht, wie das \(K^{br}\)-Allel (Brindle) überhaupt erst sichtbar wird.
Ein gestromter Hund ist genetisch betrachtet nämlich gar kein „schwarzer Hund mit roten Streifen“, sondern genau das Gegenteil: Ein roter Hund mit schwarzen Streifen.
Das \(K^{br}\)-Gen ist direkt an die Ausprägung von Phäomelanin (der rote/gelbe Farbstoff) gekoppelt:
- Die Leinwand ist Rot: Der Agouti-Lokus (\(A\)-Lokus) bestimmt die rote Basis (z. B. Fawn oder Sable).
- Die Pinselstriche sind Schwarz: Das \(K^{br}\)-Allel sorgt nun dafür, dass sich das dunkle Eumelanin (schwarz/braun) in Form von Streifen exakt über diese roten Bereiche legt.
Wo kein Rot vorhanden ist, kann das Brindle-Gen optisch gar keine Streifen zeichnen. Indem man das Brindle-Gen aus den Zuchtlinien radikal entfernte, griff man also tief in das sensible Zusammenspiel der Farbgene ein.
Dass Gene „mit so vielem im Zusammenhang stehen“, nennt die Wissenschaft Pleiotropie (ein Gen beeinflusst mehrere Merkmale) und Epistase (Gene maskieren oder verändern sich gegenseitig). Wenn wir ein einzelnes optisches Merkmal über Generationen hinweg rigoros wegzüchten, verändern wir unbewusst das gesamte genetische Gefüge. Oft hängen Farbgene über evolutionäre Pfade auch mit dem Immunsystem, der neurologischen Entwicklung oder anderen Organen zusammen. Wer Vielfalt verbietet, verliert am Ende weit mehr als nur ein paar schöne Streifen auf dem Fell.
Das „Phantombild“ der Weißzeichnung – Und was die DNA uns lehrt
Ein weiteres großes Missverständnis der Vergangenheit betrifft die Weißüberzeichnung. Früher herrschte der Glaube, man müsse Hunde mit minimalem Weiß rigoros reglementieren oder gar „einsperren“, um eine unkontrollierte Ausbreitung von Weißflecken zu verhindern.
Heute leben wir im Zeitalter der DNA-Tests. Wir müssen nicht mehr raten – wir können die Genetik schwarz auf weiß lesen. Und die Wissenschaft zeigt uns ganz deutlich: Eine maximale Weißzeichnung wird nicht einfach „aus dem Nichts“ größer.
Das Geheimnis liegt auf dem S-Lokal (Piebald/Scheckung):
- S/S: Der Hund ist genetisch reinfarbig ohne Scheckungsanlagen.
- S/sp (Irish Pied / Scheckungsträger): Der Hund zeigt optisch oft gar kein oder nur minimales Weiß (z. B. einen kleinen Brustfleck oder weiße Pfotenspitzen). Er trägt das Scheckungsgen jedoch verdeckt in sich.
- sp/sp (Piebald): Erst wenn zwei Träger (\(S/sp\)) verpaart werden, können statistisch zu 25 % Welpen mit einer echten, ausgeprägten Scheckung (\(sp/sp\)) fallen.
Das bedeutet: Ein Hund mit minimalen weißen Abzeichen überzeichnet bei einer Verpaarung nicht deshalb, weil das Weiß „wächst“, sondern schlicht und ergreifend, weil ein oder beide Elternteile das Piebald-Gen (\(sp\)) unsichtbar in sich tragen und weitergegeben haben. Ohne die Erweiterung durch zwei Merkmalsträger gibt es keine maximale Scheckung.
Fazit: Zeit für ein Umdenken
Viele der alten Tabellen und Zuchtvorschriften stammen aus einer Epoche, in der man die Vererbungslehre nur erahnen konnte. Traditionen haben ihren Wert und geben Rassen ihre Identität. Doch Tradition darf nicht vor wissenschaftlichen Fakten die Augen verschließen.
Mithilfe moderner DNA-Tests können wir verdeckte Träger lange vor der Verpaarung identifizieren. Sie nehmen dem Züchter das Risiko und machen den pauschalen Ausschluss von Hunden mit minimalen optischen Abweichungen überflüssig. Es ist an der Zeit, dieses Wissen zu nutzen, um die Gesundheit und Vielfalt unserer Hunde für die Zukunft zu sichern.
Gegenseiten Darstellung: Der Schutz der Rasse und die Tradition .
Valerie Joan Hutton wird weltweit gerade deshalb geschätzt und für absolute Top-Events (wie die historische Welsh Corgi Club Centenary Show in England) gebucht, weil sie unbeirrbar und streng richtet.
Als Präsidentin des National Corgi Councils sieht sie sich in der Pflicht, Fehlentwicklungen in der Rasse zu stoppen. Da sich Trends (wie der Wunsch nach immer mehr „auffälligen“, weißen Abzeichen) stark über Social Media verbreiten, nutzen Richter solche Plattformen gezielt, um öffentlich gegenzusteuern.
Nachdem wir auf Facebook einen Bösen Smiley bekommen haben , war noch ein Schlusswort Notwendig um die andere Seite zu beleuchten.
Kurz gesagt: Auf Facebook wird nicht höflich geschwiegen. Wenn ein Welpe das Maximum an Weiß ausreizt, kassiert der Züchter von ihr im Netz das virtuelle „Daumen runter“, weil sie solche extremen Zeichnungen auf Social Media nicht promotet sehen möchte.
1. Das „Blesse“-Beispiel (Weiß im Gesicht)
Ein Züchter postet stolz das Foto eines 8 Wochen alten Welpen. Der Hund hat eine wunderschöne, sehr breite weiße Blesse, die genau zwischen den Augen verläuft, aber rechtlich die Augenlider gerade so nicht berührt – formal also noch im Standard liegt.
- Das Problem: Wenn die Blesse so breit ist, verändert sie die optischen Proportionen des Kopfes. Der Corgi verliert seinen rassetypischen, dunklen „Fuchs-Ausdruck“. Zudem besteht die Gefahr, dass die weißen Haare beim Wachsen des Kopfes weiter nach außen wandern.
- Ihre Reaktion: Ein „böser Smiley“ oder ein kritischer Kommentar von ihr bedeutet hier: „Optisch ist das kein korrekter Corgi-Kopf mehr, und genetisch ist das Risiko für Mismarks (Fehlfarben) in der nächsten Generation bei diesem Hund viel zu hoch.“
2. Das „Socken“-Beispiel (Weiß an den Beinen)
Ein Junghund wird auf Facebook im Profil gezeigt. Das Weiß an den Vorderbeinen zieht sich hoch bis an die Gelenke. Der Besitzer schreibt triumphierend: „Exakt auf der Grenzlinie, also voll im Standard!“.
- Das Problem: Spezialrichter wie Hutton wissen, dass das Fell an den Gelenken beim Laufen in Bewegung gerät. Ein Hund, der im Stand „haarscharf“ an der Grenze ist, zeigt in der Bewegung im Showring oft weiße Haare, die über das Ellbogengelenk hinausragen.
- Ihre Reaktion: Sie straft das im Netz oder im Bericht ab, weil ein Züchter nicht stolz darauf sein sollte, das absolute Maximum an Fehlertoleranz auszureizen, sondern das Idealbild (deutlich unterhalb der Grenze) anstreben sollte.
3. Das „Halskrausen“-Beispiel (Weiß am Nacken)
Ein Welpe hat ein wunderschönes, durchgehendes weißes Halsband (Halskrause). Am oberen Nacken läuft dieses Weiß jedoch in einer ganz dünnen, winzigen Spitze aus, die fast den oberen Rücken berührt. Der Züchter argumentiert online, dass der Rücken ja noch „rot“ sei.
Warum es deshalb keine Fehlwertung ist:
In all diesen Beispielen gilt: Der Hund bricht den Standard auf dem Papier vielleicht (noch) nicht. Aber als internationale Spitzenrichterin und Hüterin der Rasse bewertet Valerie Joan Hutton das Zuchtpotenzial und die Rasseharmonie. Für sie ist ein Hund, der die Grenze maximal ausreizt, ein genetisches Risiko. Ein „böser Smiley“ ist somit keine Fehlwertung, sondern eine fachlich begründete, strenge Rüge an den Züchter, das Zuchtziel nicht aus den Augen zu verlieren.
1. Die „Weiß-Verschiebung“ im Wachstum
- Das Fell verändert sich: Ein Welpe ist noch nicht fertig entwickelt. Das Fell wächst, streckt und verschiebt sich.
- Die Vorahnung der Richterin: Wenn ein Welpe jetzt schon haarscharf an der maximalen Weiß-Grenze kratzt, weiß eine Expertin wie Hutton, dass sich das Weiß beim erwachsenen Hund im schlimmsten Fall noch weiter ausdehnen oder optisch ungünstig verschieben kann. Sie bewertet also das Risiko, dass der Hund als Erwachsener ein definitiver „Mismark“ (Fehlfarbe) wird.
2. Das Problem mit der Zuchtzukunft
- Welpenklassen auf großen Shows dienen dazu, die Zukunft der Rasse zu bewerten.
- Wenn ein Welpe mit maximalem Weiß in den Ring kommt, signalisiert das der Richterin, dass hier genetisch sehr viel Weiß im Spiel ist. Würde sie diesen Welpen überschwänglich loben (mit einem „glücklichen Smiley“), würde das den Züchter ermutigen, mit diesem Hund weiterzuzüchten. Verpaart man diesen Corgi später, entstehen fast unweigerlich Welpen, die die Grenze komplett überschreiten. Ihr „böser Smiley“ ist eine Warnung an die Zucht.
3. Optische Zerstörung des „Rassetyps“ (Der Ausdruck)
- Der FCI-Standard verlangt beim Pembroke Welsh Corgi einen fuchsartigen Ausdruck (fox-like expression).
- Liegt das Weiß zwar rechtlich noch innerhalb der Grenze, läuft aber zum Beispiel als sehr breite Blesse direkt bis an die Augenränder oder umschließt ein Auge fast, zerstört es diesen typischen Corgi-Ausdruck. Der Hund verliert seine dunkle „Maske“ und sein Gesicht wirkt dadurch optisch oft unproportional, asymmetrisch oder „leer“. Für Hutton hat der Hund dann trotz Einhaltung der Maße den korrekten Rassetyp verloren.
4. Der Unterschied zwischen „Erlaubt“ und „Gewünscht“
- Nur weil etwas laut Standard nicht verboten ist, heißt es nicht, dass es exzellent ist.
- Das absolute Maximum auszureizen, wird auf Shows selten mit der Höchstnote belohnt. Ein Corgi mit einer absolut klassischen, harmonischen Farbverteilung wird im direkten Vergleich bei ihr immer den Vorzug erhalten, weil er dem Idealbild näher kommt.
Kurz gesagt: Sie straft nicht die Einhaltung der Grenze ab, sondern die Tatsache, dass der Welpe haarscharf an einem schweren Fehler vorbeischrammt und dadurch die Harmonie des Corgi-Ausdrucks verliert. Für eine Richterin ihres Formats ist „gerade noch so okay“ bei einem Welpen eben kein Grund zur Freude.
Das Erbe der „gebrannten Züchter“: Vom visuellen Ratespiel zur Genetik
Danke an die Kollegen auf der ganzen Welt, die mir ihre Sicht dargestellt haben, um das letzte Wort zu schreiben.
In Zeiten, in denen noch keine sicheren DNA-Tests möglich waren, standen Züchter vor einer gewaltigen Herausforderung: Ihr einziges Werkzeug waren die eigenen Augen. Um die unberechenbare Überzeichnung durch das Pied-Gen zu kontrollieren, versuchte man, es quasi einzusperren. Man nahm sprichwörtlich ein Lineal und zog eine harte Linie: Bis hierhin und nicht weiter.
Diese Methode war zwar teilweise erfolgreich – da sich sogenannte „Whiteless“-Tiere dadurch eindeutig identifizieren ließen –, absolut zuverlässig war sie jedoch nie.
Genau hier liegt der Grund, warum viele Pioniere der Zucht heute extrem kritisch auf diese maximale Zeichnung blicken. Es betraf oft ihre besten Verpaarungen. Aus heutiger Sicht wurde durch die damaligen Fehlschlüsse unendlich viel Zeit, Geld und genetisches Potenzial verschenkt. Dass diese Züchter heute emotional auf das Thema reagieren, ist mehr als verständlich.
Heute bringt ein einfacher Test sofortige Gewissheit. Wäre diese Technologie damals schon verfügbar gewesen, hätte sie der Community jahrelange Rückschläge und enorme Summen erspart.




Ein kleiner Überblick von verlorenen Farben wie Brindle und Merle und Cardigan Farben sowie unerwünschte Farben.
Das Brindle damals so leichtfertig beim Shiba und Corgi raus geworfen wurde hatte Extreme Auswirkungen auf die Rot Qualität. Jedes Gene agiert mit ganz vielen anderen. Aus heutiger Sicht würde keiner mehr auf solche Ideen kommen. Es sei den man dichtet einen Gene so lange etwas an bis auch der letzte Trottel es glaubt.
Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über den Blog und präsentiert eine Vielzahl von Artikeln, Einblicken und Ressourcen, um Leser zu informieren und zu inspirieren.
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